Das Workout, das mindestens viermal wirksamer ist als Spazierengehen

Warum das Fahrrad gerade durchstartet: eine energiesparende Revolution
Warum das Fahrrad gerade durchstartet: eine energiesparende Revolution

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor Ihrer Haustür, bereit für Ihren täglichen Arbeitsweg von 5 Kilometern. Kein Auto steht zur Verfügung und auf Ihrer Strecke fährt kein Bus. Bleiben zwei Optionen: Zu Fuß gehen, was eine Stunde dauert, oder das Fahrrad nehmen, das Sie in 15 Minuten ans Ziel bringt. Viele würden in so einer Situation aufs Rad steigen – ein Verkehrsmittel, das weltweit mehr als eine Milliarde Mal genutzt wird.

Warum das Fahrrad so simpel und genial ist

Der Begriff “Bi-Cycle” bedeutet wörtlich „zwei Räder“ und beschreibt damit den Aufbau ziemlich genau. Ein Fahrrad besteht aus zwei Rädern, Pedalen, die die Kraft übertragen, einer Kette, die die Pedalkraft auf das Hinterrad überträgt, und Gängen, mit denen sich der Aufwand anpassen lässt. Dieses scheinbar einfache Gefährt ist ein Stück Ingenieurskunst, das hervorragend zur menschlichen Physiologie passt.

Beim Radfahren haben die Beine eine vergleichsweise leichtere Aufgabe als beim Gehen oder Laufen. Statt großer Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen bleiben die Beinbewegungen kompakt und rund. Weniger Masse in Bewegung bedeutet weniger Energieverbrauch. Man kann sich das so vorstellen, als müsste man eine Stunde lang ständig mit den Armen fuchteln — ziemlich ermüdend.

Wie Biomechanik das Radfahren effizient macht

Der rollende Kontakt der Reifen reduziert die Energieverluste, die beim Gehen durch kleine Stöße entstehen. Beim Gehen trifft der Fuß auf den Boden, es gibt Geräusche, spürbare Vibrationen und Energie geht als Schall und Wärme verloren. Beim Radfahren entfällt dieser Verlust weitgehend.

Auch die Gänge tragen zur Effizienz bei. Sie erlauben, die Geschwindigkeit zu verändern, ohne dass die Muskeln schneller kontrahieren müssen. Diese Anpassungsmöglichkeit hält die Muskeln in einer günstigen Leistungszone und spart Energie — fast wie ein „persönlicher Assistent“, der die Arbeit immer optimal verteilt.

Wo das Fahrrad an seine Grenzen kommt — rauf und runter

Allerdings ist das Fahrrad nicht überall überlegen. Bei Steigungen von mehr als 15 % (das entspricht einem 1,5 m Anstieg auf 10 m Strecke) können die Beine oft nicht mehr genügend Kraft erzeugen. In solchen Situationen ist Gehen oder Klettern effizienter. Man kann sich schwer vorstellen, den Mount Everest mit dem Fahrrad zu erklimmen, während das Bergabfahren immer leichter wird und irgendwann kaum noch Energie braucht.

Wenn der Abstieg jedoch mehr als 10 % beträgt, wird Gehen bergab problematisch, weil jeder Schritt starke Aufprallkräfte erzeugt, Energie verschwendet und die Gelenke belastet.

Wie effizient das Fahrrad wirklich ist (und welche Rolle es in der Mobilität spielt)

Fahrräder sind im Durchschnitt viermal effizienter als das Gehen und sogar achtmal effizienter als das Laufen. Diese Effizienz ergibt sich aus der Verringerung dreier großer Energieverluste: der Bewegung der Gliedmaßen, der Minimierung von Aufprallen am Boden und der muskelspezifischen Begrenzung durch die Geschwindigkeit.

Wenn Sie das nächste Mal entspannt mit dem Rad zur Arbeit fahren und an Fußgängern vorbeiziehen, nehmen Sie sich einen Moment, um das biomechanische Kunstwerk unter sich zu schätzen. Das Fahrrad ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel; es ist eine sehr gut entwickelte Maschine, die menschliche Muskelkraft hocheffizient in Bewegung umwandelt.